Tutorial: Bau eines 3D-Geländes auf Standard-BT-Hex-Karten

… oder „wie gestalte ich Standard-Hex-Karten ohne großen Aufwand plastisch“

Auf Wunsch von Wallace habe ich mir die Mühe gemacht, ein Tutorial zu erstellen, um auch mal etwas zu dieser Seite aktiv beizutragen.

Seit November 2009 bin ich wieder im Kreis der aktiven BT-Spieler dabei und stehe regelmäßig bei den monatlichen Treffen der BattleTech-Spielergruppe Rhein-Main an der Platte.

Dabei habe ich mir gerade zu Beginn sehr schwer mit der Erkennung der einzelnen Höhenlevel auf den offiziellen BT-Hex-Karten getan. Und so war die Idee geboren, wie ich solche Karten möglichst ohne großen Aufwand (Zeit als auch Kosten) plastisch gestalten kann.

Natürlich gibt es hochwertig(er)es Gelände – wie z.B. das der BT-Gruppe Niederrhein – aber meine Ansprüche gehen in eine andere Richtung…

Ziel:

  • kostengünstig
  • wenig Zeitaufwand
  • modular (jeder Level als Einzelteil)… aufgrund der engen Standard-Hex-Felder ist es manchmal erforderlich, dass man „Berge versetzen“ kann 🙂
  • niedriges Gewicht, da ich meistens mit der Bahn anreise bzw. wir dieses Jahr zur Dreieich-Con 16 Karten zur Verfügung haben wollen.

1.  Was wird benötigt

Werkzeuge:  Cuttermesser, Pinnadeln, ggf. ein Vordruck der Hexkarten im Original-Maßstab, scharfe Messer oder ein Heißdrahtschneider, Farbe, Pinsel, Bastelkleber (Sprühkleber), Ausdrucke/Kopien der umzusetzenden Karte.

Und natürlich eine Kopie der Karte im Originalmaßstab. Wenn man im Besitz des Programms HeavyMetal Map ist, hat man es natürlich einfacher und insgesamt kostengünstiger.

2. Ausschneiden der Styrodur-Kartenteile

Die gewünschte Karte druckt man aus und legt sie sich als Basis bereit

Als erstes beginnt man nun die einzelnen Teile auf Styrodur zu übertragen.

EDIT (11.11.2012): Ich bevorzuge hier 30mm dickes Styrodur aus dem Baumarkt. Beispiel: BASF Styrodur 3035 CS Hartschaumplatte 1265 x 615 mm (ca. 5-6 Euro pro Platte… ich habe 4 Platten für 16 Karten benötigt). 30mm per Höhenlevel sind ausreichend, um die meisten ‚Mechs tatsächlich hinter 2 Höhenlevel verstecken zu können. Tiefenlevel nachzustellen habe ich mir übrigens erspart, da ich sonst für die Karten generell schon mal eine 60 mm hohe Basisplatte benötigen würde, um dann einen Flußlauf nachstellen zu können. Das würde den Platzbedarf als auch die Kosten extrem ansteigen lassen.

Dies  geht etwa mit Hilfe einer Kopie der Karte, die man auf das Styrodur auflegt. Oder aber mit Hilfe einer Blanko-Hex-Karte, die man sich >hier< kostenlos erstellen kann, ausdruckt und danach am Besten laminiert.

Anschließend sticht man in jeden Eckpunkt der Außenlinie eine Nadel:

Wenn man nun die Vorlage und die Nadeln entfernt, sollte es folgendermaßen ausschauen:

Nun mit dem Cuttermesser die einzelnen Punkte verbinden (schnell & „frei Hand“), damit man die gewünschte Form erkennen kann und weiß, wo der Heißdraht entlang geführt werden muss:

Entlang dieser Linien schneidet man nun das Styrodur-Stück aus: Heißdrahtschneider [Video]

Zusatz Heißdrahtschneider (11.11.2012): Da ich darauf angesprochen wurde, noch einige zusätzliche Informationen. Natürlich kann man das Styrodur auch mit einem Brotmesser oder einem Hand-Heißdrahtschneider schneiden. Mit der ersteren Möglichtkeit habe ich selbst begonnen. Im Grunde hängt es davon ab, wie viel man investieren möchte. Dadurch, dass ich nun regelmäßig das Gelände erweitert habe und es mit einen Heißdrahtgerät schneller geht, habe ich mir dann im Laufe der Zeit ein solches Tisch-Gerät angeschafft (~100 Euro): Proxxon Thermocut 230/E + Fußschalter

Das Ergebnis sollte dann so aussehen:

Wenn man nun alle Teile für eine Karte vorbereitet hat, sollte man prüfen, ob auch tatsächlich alles vorhanden ist und passt:

So gewinnt man auch bereits einen ersten Eindruck, wie das Ergebnis aussehen wird.

3. Gestaltung

Nachdem nun alle Roh-Teile fertig sind, geht es an das „Aussehen“. Hier mache ich es mir ebenfalls einfach. Alle Teile werden erst einmal an den Rändern mit brauner Fassadenfarbe -Restbestände 😉 – angemalt: Bemalen (Video)

Das sollte dann ungefähr in diese Richtung gehen:

Danach werden die ausgedruckten Kartenteile (je Level ausgeschnitten) aufgeklebt.

Und voilà – das Gelände ist fertig:

Und genau nach dieser Vorgehensweise sind nun durch die Vorbereitungen für die Dreieich-Con 2010-2011-2012 bereits 16 Karten entstanden:

1. Reihe: Coast #2 – Coast #1 – City (Suburbs) – Tallassia Map #4
2. Reihe: Rolling Hills #2 – Wide River – Woodland – Battleforce II – BattleTech
3. Reihe: Tallassia Map #5 – River Valley – Rolling Hills #1 – Mountain Lake – Open Terrain #1
4. Reihe: Tallassia Map #3 – Scattered Woods – CityTech – Lake Area – Open Terrain #2

(Anmerkung: Die beiden „Open Terrain“-Karten haben keinerlei Höhenlevel)

EDIT (11.11.2012): Zum Thema Platzbedarf füge ich hier nachträglich noch ein Bild ein, in wie viele Kartons ich alle Kartenteile verpackt bekommen habe.

So viel Platz wird also gar nicht benötigt, da ich die Höhenlevel einzeln hergestellt habe – sie wurden also nicht verklebt! Die Häuser der City (Suburbs)-Karte habe ich in einen weiteren kleinen Karton verpackt, da ich diese nur bei Bedarf mitnehme. Die Häuser sind genau so aufgebaut, wie die Hügel, nur dass ich dort die Höhenlevel zusammengeklebt habe, da die Häuserfassaden (skaliert und ausgedruckt) in einem Stück aufgeklebt wurden. Zusätzlich wurden noch Große Schrauben und Muttern in den Boden „gedrückt“, um die Häuser zu beschweren, damit sie nicht so leicht umkippen.

Ich hoffe, dieses Tutorial wird dem Ein oder Anderen gefallen – und vielleicht eine Anregung für andere BTler bieten, wie man langweilige Standard-Karten ohne großen Aufwand interessanter gestalten kann.

In diesem Sinne viel Spaß beim Nachmachen

Und bis demnächst an der Platte – vielleicht ja auch auf der diesjährigen Dreieich.

2 thoughts on “Tutorial: Bau eines 3D-Geländes auf Standard-BT-Hex-Karten”

    1. Bitte sehr 🙂
      Ich habe übrigens das alte Dokument mit den für die City (Suburbs)-Karte angepassten (skalierten) Texturen gefunden.
      Wenn Du Interesse oder noch Fragen hast, einfach melden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.