Die Kontorwelten

Am Ende des Jahres 2812 war für die Exilanten die Zeit gekommen sich um den Außenhandel zu kümmern. Nur ein florierender Export hochwertiger Industriegüter würde auf Dauer den Wohlstand sichern. Und die Fürsten der Inneren Sphäre spielten der aufstrebenden Kolonie in die Hände. Der ungebremste Einsatz von Massenvernichtungswaffen im laufenden Nachfolgekrieg schufen einen immensen Bedarf an Waffen und Industriegütern. Aber auch die Produktionsstätten von hochwertigen Konsumgütern wie z.B. Elektronik wurden Opfer der Kriege. Doch die Kriege der Nachfolgefürsten schufen nicht nur einen riesigen potentiellen Absatzmarkt, sondern auch zwei gewaltige Probleme. Erstens das Problem der Sicherheit. Es gab immer mehr Piraten und die Handelsschifffahrt wurde immer gefährlicher. Und zum zweiten der technologische Niedergang. Man brauchte dringend zuverlässige Informationen über welche technologischen Möglichkeiten die Menschheit noch verfügte um nicht zusätzlich zu den unbekannten Produktionsanlagen auch noch die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, weil man Dinge anbot die in der Inneren Sphäre niemand mehr produzieren konnte.

Zusätzlich ergab sich ein weiteres Problem, für welches die Nachfolgefürsten allerdings nicht verantwortlich waren: Die Transportkapazität. Man verfügte bisher nur über die Sprung- und Landungsschiffe die noch aus der Zeit des Exodus stammten. Das Problem war zwar bereits erkannt und entsprechende Werftkomplexe im Bau, doch noch war die Transportkapazität nicht ausreichend um die Produktion durch die halbe Innere Sphäre zu transportieren um sie auf den einzelnen Planeten feil zu bieten. Sobald die Fabriken erst ihren Output erhöhen würden, würden sich die Waren stapeln und zum einen totes Kapital darstellen und zum anderen Lagerkosten verursachen. Die Lösung war so einfach wie genial: Auf einem nahe gelegenen Planeten sollte eine Art Messegelände errichtet werden. Die Transportflotte würde die Waren nur über eine kurze Distanz transportieren müssen und den Standort des Messegeländes ließe sich leicht über das HPG-Netzwerk ComStars verbreiten. Freie Händler der Inneren Sphäre und auch Kunden würden die Waren auf der Messe erstehen und auf eigene Rechnung und Risiko in die Inneren Sphäre transportieren und dort weiter veräußern.

Die Wahl für den ersten Basar des Protektorats fiel auf auf eine Welt in der Nähe von Choex. Was dort entscheiden wurde, wurde zur Blaupause für die weiteren drei Kontore. Als wichtigstes durfte die Welt bisher noch von keinem Mitglied des ehemaligen Sternenbundes beansprucht worden sein. Die Kontorwelt sollte über eine Sauerstoffatmosphäre und eine erdähnliche Gravitation verfügen. Das bedeutet aber nicht zwingend, dass die Atmosphäre ohne Hilfsmittel atembar ist. Auch fehlendes, schwer erreichbares oder kontaminiertes Wasser sieht man nicht als Hinderungsgrund an. Im Bedarfsfall kann man ja Eisschiffe in das umliegende System entsenden.

Das Kontor selber wird an einem großen Gewässer angelegt, oder einer großen Senke die man in ein solches verwandeln kann als Trinkwasserreservoir. Es misst 150 Kilometer im Durchmesser und umfasst somit eine Fläche von über 70.000 Quadratkilometer. Begrenzt wird das Kontor durch eine hohe mittelalterliche Mauer. Überhaupt erscheinen die Gebäude wie aus der Zeit gefallen. Man fühl sich regelrecht in das Mittelalter zurückversetzt, obwohl alle Gebäude luftdicht sind, über eine Schleuse und eine atmosphärische Filteranlage verfügen. Verstärkt wird dieser Eindruck noch durch die Tatsache, dass sich die circa 5 Millionen Angehörigen der Hanse in Kleidung aus dem 16. bis 18. Jahrhundert kleiden.

Innerhalb der Stadtmauern liegt sowohl der 750 Quadratkilometer große zivile Raumhafen für den Frachtverkehr, als auch die beiden, jeweils 100 Quadratkilometer umfassenden, militärischen Bereiche. Zum einen der militärische Raumhafen und das Kasernengelände der Verteidigungsstreitkräfte des Kontors. Als letztes sei der mit 5 Quadratkilometern kleinste, aber nicht weniger wichtige Bereich ComStars erwähnt. Dort steht eine Klasse A HPG-Station und verbindet das Kontor und seine Besucher mit dem Rest der Inneren Sphäre.

Verteidigung:
Ein so riesiges Areal an Lagerhallen, angefüllt mit hochwertigen Waren bis hin zu militärischer Ausrüstung zieht Diebe an wie Mist die Fliegen. Daher hat die Hanse von Anbeginn an auf eine abschreckende Verteidigung gesetzt. Am Boden nehmen es 5 Regimenter der mobilen Infanterie, 3 Panzerregimenter und ein Mechregiment sowie ein Unterstützungsregiment mit jedem vorwitzigen Plünderer auf, so er denn landen kann. Denn im Raum wartet die erste Verteidigungslinie auf ihn, sechs SDS-Stationen der Zitadelle-Klasse und deren Unterstützung vom militärischen Raumhafen: 5 Angriffsschiffe der Mercenary-Klasse, 3 der Target-Klasse und eines der Leader-Klasse. Sollte wieder erwarten eine Verfolgung notwendig werden, ist auf dem Raumhafen ein Colossus-KH stationiert.

Alle Einrichtungen und Einheiten können nach einer Terminvereinbarung besichtigt werden, denn alle dienen auch als Vorführmodelle für das Angebot der Hanse. Die monatlich stattfindenden Übungen der Truppen dienen nicht nur als militärische Übung, sondern auch als Verkaufsveranstaltung.

 

Intern-vertraulich: Sollte ein Großangriff auf das Kontor stattfinden, sind im System noch 10 Lucien-Westentaschenkreuzer unter Führung einer modifizierten Pinto als Führungsschiff stationiert.