Schöffen wusste, dass er keine Fehler gemacht und dennoch alles verloren hatte. Eine weitere Karriere im Konzern war ausgeschlossen, aber das Management hatte ihn auch nicht vor die Tür setzen können. Dafür wusste er zu viel und außerdem war in den Monaten, die seit der Expedition vergangen war, klar geworden, mit welchem Gegner er es zu tun gehabt hatte. Das Frühjahr 3050 hatte eine der größten Offensiven der Geschichte der Inneren Sphäre erlebt. Und wenn schon die Truppen der Großen Häuser diesem neuen Feind nicht gewachsen waren, wie hätte er es mit dieser lausigen Söldnertruppe bewältigen sollen? Die Clans vernichteten ein Mechregiment nach dem anderen, da stellten ein paar einfache Fußsoldaten kein Hindernis dar. Weiterlesen
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Das Land der roten Rosen – Teil XVII: Heimkehr
Hatte sich das Landungsschiff während des langen Fluges in die Peripherie stets bedrückend eng angefühlt, so erschienen ihm nun die Räumlichkeiten weit weniger klaustrophobisch. Seine Leibwächter, von denen einer ihn verraten hatte, waren tot. Alle Söldner waren tot. Von den Technikern und Wissenschaftlern hatten es nur zwei geschafft. Lediglich die Mannschaft der Kap Arkona war ohne Verluste davon gekommen. Und er, Schöffen, hatte ebenfalls überlebt. Weiterlesen
Das Land der roten Rosen – Teil XVI: Gerettet
Schöffen stolperte und fiel schmerzhaft zu Boden. Irgendetwas schrammte ihm die Wange auf und seine Fingerknöchel brannten. Einen Moment lang fragte er sich, ob er überhaupt wieder würde aufstehen können oder ob irgendwelche Knochen gebrochen seien, doch da zog ihn Deutinger bereits wieder auf die Beine. Dennoch liefen sie nicht weiter. Schöffen war am Ende seiner Kräfte während sich sein Leibwächter zwar besser hielt, aber ebenfalls mehr von Erschöpfung als von irgendetwas anderem gezeichnet war. Sie hatten einen Umweg genommen und unterwegs auch keine anderen Menschen mehr getroffen. Auch den Angreifern waren sie so offenbar aus dem Weg gegangen. Dafür war dieser Pfad auch voller Stolperfallen und sie waren nicht so schnell voran gekommen wie sie es sich erhofft hatten. Weiterlesen
Das Land der roten Rosen – Teil XV: Rosengarten
Nach dem Odem von Feuer und Tod war dieser Duft belebend und erfrischend. Außerdem sagte es ihm, dass sein Fluchtweg nicht mehr weit entfernt war. Mit ein paar tiefen Atemzügen brachte er sich wieder zu mehr Ruhe. Noch einmal spähte er in alle Richtungen, die er einsehen konnte und achtete auf Bewegungen. Soweit er es beurteilen konnte, war er allein hier. Er stieß sich von der Wand ab und biss die Zähne zusammen als ein Schmerz durch seine vor wenige Minuten wieder eingerenkte Schulter zuckte. Dann rannte Bassey los. Etwas mehr als hundert Meter, so schätzte er, lag zwischen der Wohnbaracke und der dicht bewachsenen Baumreihe, welche die gesamte Anlage von der dahinter liegenden Rosenplantage abgrenzte. Weiterlesen
Das Land der roten Rosen – Teil XIV: Wunden lecken
Den Stich der Nadel spürte Bassey kaum über seine sonstigen Schmerzen. Sein Angriff hatte ihn mehr gekostet als er geplant hatte. Er versteckte die Spritze und holte eine zweite aus dem Erste-Hilfe-Set heraus. Er hatte es von einem der toten Söldner und war froh darum, dass es sich nicht um das normale lyranische Paket mit nur einer Ladung Morphium handelte sondern um das größere für Sanitäter. Die zweite Spritze setzte er sich in den linken Unterarm. Hier war wenigstens ein Knochen gebrochen.
Dass seine Gegner stark und schnell waren, war anhand der Spuren in der Station für ihn schon lange klar gewesen. Die Fußabdrücke sowie Lackspuren an aufgebrochenen Türrahmen und ähnlichem hatten ihm außerdem gezeigt, dass es sich um irgendwelche Maschinen handeln musste und auch deren Größe hatte er dadurch in etwa abschätzen können noch bevor dieser erneute Angriff begonnen und er den ersten von ihnen mit eigenen Augen gesehen hatte. Um was es sich genau handelte, wusste er jedoch noch immer nicht. Für BattleMechs waren sie viel zu klein, doch musste es in diese Richtung gehen. Weiterlesen
Das Land der roten Rosen – Teil XIII: Jäger und Gejagte
In Urban breiteten sich Schwindel und Übelkeit aus. Er lag mitten in Blut, Gedärmen und totem Fleisch, das noch vor wenigen Minuten Menschen war mit denen er in den letzten Wochen zusammen gelebt hatte, mit denen er zusammen gegessen und die unselige Reise hierher unternommen hatte. Nie jedoch hatte er sich dabei mit diesen Leuten sonderlich verbunden gefühlt und nun täuschte er vor, einer von ihnen zu sein. Ein weiterer regloser Körper auf einem Leichenhaufen. Nun verstand er jedoch, weshalb Bassey zuvor schon von Kopf bis Fuß mit Blut befleckt gewesen war. Der Pirat hatte diesen Trick bereits vorher angewandt um dem Tod zu entrinnen. Und wie es schien, schon zum zweiten Mal mit Erfolg. Weiterlesen
Das Land der roten Rosen – Teil XII: Feuer
Sie betraten das Wirtschaftsgebäude und sahen in der Notbeleuchtung sofort die angerichteten Schäden an Generator und Verteilerkästen. Die Tür hatte auf der Straße gelegen und der Rahmen ebenfalls stark beschädigt. Auch dieses Bild passte zu dem, was sie schon früher gesehen hatten. Und wieder sah es nicht danach aus, als hätte jemand einfach in die Technik geschossen oder mit Sprengstoff gearbeitet.
“Halt!“ Urban blieb auf Basseys leise gesprochenes Wort hin sofort stehen und sah sich nach etwas um, das ihm Deckung bieten konnte. Der Pirat trat neben ihn und zeigte mit ausgestrecktem Zeigefinger auf den Boden, einen Schritt vor ihnen. Zuerst sah Urban nichts interessantes, nur eine dicke Schicht Staub, der wohl vom beschädigten Eingang herrührte. Dann machte er eine symmetrische Vertiefung in diesem Staub aus.
“Das sind dieselben Spuren, die auch auf dem ganzen Areal zu finden sind“ erklärte Bassey. Urban starrte den Piraten entsetzt an. Weiterlesen