Interview: Ben H. Rome (Deutsch)

Hiermit eröffne ich also unsere Interviewkategorie. Gleich zu Beginn können wir mit einem wunderschönen Interview mit Ben H. Rome aufwarten. Ich hoffe, ihr habt beim Lesen des Interviews genauso viel Spaß, wie ich ihn hatte. DIe Übersetzung wurde größtenteils von Wallace angefertigt.
Das englische Original findet ihr hier.

Als Erstes möchte ich mich dafür bedanken, dass du dir die Zeit genommen hast, unsere Fragen zu beantworten und dich unseren Lesern vorstellen: Ben H. Rome ist der Assistant Line Developer für Battletech und Autor des kürzlich erschienen Quellenbuchs The Wars of Reaving.

Was genau ist es, das ein Assistant Line Developer tut und wie bist du in diese Position gekommen?

Nun, der Titel sagt eigentlich schon alles. Ich assistiere dem Line Developer. Das schließt eine Menge ein – ich helfe mit Geschichts- und Plotideen, Produktvorschlägen und -entwicklung, kümmere mich um Projekte um die sich der Line Developer entweder nicht kümmern kann oder keine Zeit hat und bleibe auf dem Laufenden über alle Neuigkeiten und Situationen bezüglich Battletech falls der Line Developer verschwinden oder seinen Posten aufgeben sollte. Zusätzlich dazu schreibe ich und treibe meinen eigenen Miniprojekte voran, wie beispielsweise die Turning Points PDF Serie und betreue kleinere Plots und Geschichtsfäden, wie die Clans.

Du schreibst ebenfalls nichtfiktionale Texte, was schreibst du da und wie unterscheidet es sich von fiktionalen Texten wie Battletech?

Ooooh, gute Frage. Tatsächlich schreibe ich VIEL in der nichtfiktionalen Welt. In meinem Vollzeitjob schreibe und redigiere ich Material für eine gemeinnützige Gesundheitsfürsorgelehrorganisation, das schließt das vollständige verwalten des monatlichen Online“magazins“. Zusätzlich dazu bin ich teils Besitzer/Schöpfer eines großen Großstadtblogs (http://welovedc.com) und schreibe routinemäßig (kostenlose!) Kritiken zu Museumsausstellungen, Meinungen zum ÖPVN und fasse Washington Capitals Spiele zusammen.

Und wenn das noch nicht genug wäre, schreibe ich auch noch freiberuflich für verschiedene Museen einschließlich dem International Spy Museum, dem National Geographic, und dem Smithsonians’ National Museum of the American Indian and the American Art Museum.

Meine Schreiberfahrung umfasst also Medizin, Technik, Lehre, Journalismus (Nachrichten und Sport), Geschichte, Kultur und, natürlich, Fiktion. Interessanterweise bin ich am Meisten auf fiktionale Texte spezialisiert, da BattleTech die einzige Lizenz ist, für die ich je geschrieben habe.

Wann hattest Du das erste Mal die Idee für “The Wars of Reaving”?

2005, nach einer längeren Diskussion mit Herb online. Wir sprachen über ein paar Schwierigkeiten, die ich zu dem Zeitpunkt mit einigen der Clan-Artikel im Jihad Hot Spots: 3070 hatte. Dabei kam das Thema Heimatwelten auf. Ein langes Gespräch kurz gefasst, fing ich also an mir zu überlegen, dass ich mich gerne darum kümmern würde diese Geschichte zu erzählen, wenn WizKids sie nicht weiter verfolgen würde.

Das haben sie nicht. Als dann klar wurde, dass ich mich zum Angehörigen des “Harten Kerns” der BattleTech-Schreiber entwickeln würde, habe ich mich ständig dafür eingesetzt zumindest die Clan-Zeitlinie verwalten zu können, bei ihrer „geheimen Geschichte“ mindestens Regie zu führen und sie schlussendlich zu schreiben. Ende 2008 zum Assistant Line Developer ernannt zu werden hat mir in dieser Angelegenheit geholfen, weil ich meine neue Macht eingesetzt habe um die Geschichte der Clans innerhalb der Grenzen meines eigenen Werks zu halten – alles mit dem Segen von Randall und Herb natürlich.

Den verworrenen Prozess des Wars of Reaving kann man am besten auf meinem Blog verfolgen, denn es war eine ziemliche Reise das Buch heraus zu bringen (http://benhrome.wordpress.com/wars-of-reaving/)

Was war die größte Anstrengung während der Entwicklung? War es schwer, die Autoren davon abzuhalten Geschichten die in den Heimatwelten spielten zu schreiben?

Die größte Anstrengung? Das ständige Neuverfassen. Darauf zu kommen, dass dein erster Ansatz im Grunde Müll war, war etwas schwierig, vor Allem wenn das bedeutete den „Neustart“-Knopf zu drücken.

Die Autoren im Griff zu behalten war durchaus nicht so schwierig. Sie dazu zu bekommen, mir über ihre kleinen Beiträge in verschieden TROs zu berichten, war ein Bisschen nervig, aber damit habe ich halt einfach gearbeitet. Herb hinter mir zu haben, der sie daran erinnerte dass die Heimatwelten komplett außen vor waren, hat geholfen und unsere Schreiber sind eine gute Truppe. Sie haben diesen Wunsch respektiert.

Gab es seit der Veröffentlichung irgendwas, dass Du bedauert hast ins Buch gepackt oder auch heraus gelassen zu haben?

Wohl die Andeutung, dass die Ancestral Home* ein Schild-System hätte. Das hat sie nicht. Sie hat ein experimentelles “irgendwas”, für das es nirgendwo Werte gibt. Nachdem die Pläne sogar Regeln dazu zu machen fallen gelassen wurden, habe ich versucht es als Mysterium zu belassen, dass die Leser mit ihrer Vorstellungskraft füllen können. Der Wortlaut lässt es aber leider definitiv nach einem Schutzschild klingen. Das ist es aber nicht. Schutzschild-Systeme sind bei BatteTech als Konzept tabu.

(* Anm. des Übersetzers: Da mir hierzu keine offizielle Übersetzung bekannt ist, verwende ich hier den englischen Begriff. Er bedeutet übersetzt etwa “Heim der Vorfahren” oder “Heimat der Ahnen“.)

Davon abgesehen, bin ich ziemlich zufrieden mit dem was im Buch ist. Jeder hat natürlich eine eigen Meinung dazu was sie mögen, was sie nicht mögen und was so geht. Die erste Regel beim Schreiben ist, dass man es nun mal nie allen recht machen kann, und ich habe vor langer Zeit gelernt es lieber gar nicht erst zu versuchen. Wichtig ist, dass man die Geschichte erzählt; von der Resonanz die ich bisher bekommen habe, habe ich diese wohl ziemlich gut erzählt. Das ist es was zählt.

Hatten Wizkids irgendwas für die Heimatwelten der Clans vorbereitet und gab es Pläne sie in die Innere Sphäre zurück zu bringen?

Wenn sie das hatten, dann weiß ich davon nichts. Ich weiß über eine Menge was Wizkids gemacht haben und wofür die Pläne hatten Bescheid, aber die Heimatwelten waren vorerst einfach eine vage Andeutung. Ihre Aufmerksamkeit richtete sich auf die Republik und wurde von da aus langsam ausgedehnt. Die Clans außerhalb der Inneren Sphäre (und zu einem geringeren Maße die Peripheriestaaten) waren verschwommene Figuren im Hintergrund, die man später noch mal benutzen konnte wenn man sie brauchen sollte.

Die einzige Sache die WK fest vorhatten – eine Sache die übrigens Randall während seiner Zeit bei der Firma entschieden hatte – war das mindestens 5 Clans in einer Art Bürgerkrieg zerstört werden würden. Darüber hinaus? Das von der sich entwickelnden Gesamtgeschichte und deren Verlauf abhängen.

Du hast in der Vergangenheit über eine Erweiterung zu Reaving gesprochen, was können wir da erwarten?

Es wird sicher eine nur-PDF Erweiterung zu The Wars of Reaving geben. Die hat sich ein Bisschen verspätet, weil ein paar gedruckte Bücher raus mussten, aber in werde bald wieder auf dieses Pferd steigen. Was ist also geplant?

Erstens, Datenbögen. Das PDF wird legale Datenbögen für jede Einheit im WOR Regelanhang enthalten, genau wie einige zusätzliche Varianten für den Cephalus, Osteon, und Septicemia. Und es wird einige zusätzliche „Clan Aufrüstungen“ verschiedener OmniMechs, ProtoMechs und Fahrzeugdesigns geben. Hoffentlich schaffen wird es auch den Laviathan Prime mit dort hinein zu bringen, aber das ist im Moment noch ein großen „VIELLEICHT“.

Zweitens, Zufällige Zuweisungstabellen für jeden Clan, die Society und die Dark Caste für 3072 und 3085.

Danach wird es eine Mischung von allem, was ich am Ende so dazu geschmissen habe. Vielleicht ein einfacher „Clan Kriegs Doktrin“-Abschnitt, der ausführt wie jede der 3085er Clans/Fraktionen kämpft. Eventuell eine kurze Pfad-Kampagne der Eroberung von Nueva Catile durch Scorpion, oder von Vipers letztem Aufbäumen auf New Kent. Eine Zusammenstellung der bekannten Kräfte der Society könnte auch sinnvoll sein, vor Allem für die, die voll in das WOR Pfad-Erschaffungssystem einsteigen wollen.

Und alles was mir sonst noch so einfällt.

FFF (Five For the Fans)

Welchen BT-Charakter magst Du am Meisten?

Sooooo viele zur Auswahl:

Devlin Stone, vor Allem weil ich hoffe die Zeit zu finden eine Serie über seine Vergangenheit für Battlecorps zu schreiben.

Berith, weil er ein “aus Versehen” von mir erschaffener Charakter ist, der am Ende des Jihad wirklich zum Dreh- und Angelpunkt wurde

Belle Lee, weil sie meiner Frau nachempfunden ist.

Aletha Kabrinski, weil sie Aletha Kabrinski ist.

Welchen Fahrzeug (‚Mech oder sonstiges) liegt Dir am meisten am Herzen?

Der Archangel für die Innere Späre und der Septicemia bei den Clans.

Woher bekommst Du deine Inspiration?

Ehrlich gesagt von überall. Geschichte, Nachrichten, Kulur, Fernsehsendungen, Filme, …

Wie wolltest Du schon immer mal einen Charakter um die Ecke bringen und konntest oder durftest es nicht?

Oh. Oh ja. Phelan Kell. Ach-was-solls, die ganzen Kells. Aber sie sind verbotenes Territorium für alle BT-Schreiber.

Hast Du dich auch schon mal gefragt, wie ein Mechkrieger aufs Töpfchen geht?

Nicht so wirklich. Ich habe immer angenommen, dass sie anhalten und am Straßenrand wie alle anderen Kinder auf einem langen Familienferienausflug.

 

4 Antworten auf „Interview: Ben H. Rome (Deutsch)“

    1. Gerne doch. Können schließlich nicht sagen, dass wir die deutsche Community bedienen wollen und dann unsere eigenen Interviews nicht ins Deutsche übersetzen. Wäre irgendwie seltsam ^^ 😉

  1. Sry für die eine oder andere Holprigkeit… ich (habe die zweite Hälfte gemacht) muss mich erst mal wieder dran gewöhnen. Lange nichts übersetzt und dann vor Allem nichts für BT.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.