Tech des Tages: Mercury

Mercury redesign for CGL Kickstarter von BishopSteiner auf DeviantArt

Manchmal sind BattleMechs wahre Götter, die unvergleichbar auf dem Schlachtfeld waren. Oft sind andere Mechs oder die schwersten Panzer die einzigen Gefahren für einen BattleMech. Aber es gibt auch andere Aufgaben, die auf einem modernen Schlachtfeld erfüllt werden müssen. Scouts sind essenziell, vor allem weil nicht immer auf Satelliten oder Luftaufklärung zurückgreifen kann.

Seit der Einführung der BattleMechs haben die Locust, Wasp und Stinger diese Rolle gut ausfüllen können, aber nach fast 200 Jahren hat die Star league zurecht einen Nachführer einführen wollen. Was den Mercury zur besten Wahl machte, findet Ihr jetzt heraus!
Der Mercury wurde von Mitchell Vehicles entwickelt. Diese Firma ist im Jahr 2108 aus dem Zusammenschluss von drei alten nordamerikanischen Autoherstellern hervorgegangen und hat in den vergangenen fast 1000 Jahren neben Kampffahrzeuge, Aerospace Fighter, JumpShips und DropShips alles fabriziert, das ein Triebwerk, Beine, Räder, Schürzen oder Rotorblätter hat.

Mercury Miniatur in den Farben der Star League Defense Force (Star League)

Als Ersatz für die stark gealterten Wasps und Stinger sollte er alle Kernwerte von Ihnen erreichen und verbessern. Dabei wurde vor allem auf die beiden Aspekte Wert gelegt, welche die alten Maschinen bislang immer ignoriert haben: Panzerschutz und Bewaffnung.

20 Tonnen Mechs haben schon immer eine harte Gratwanderung zwischen Geschwindigkeit, Bewaffnung und Panzerschutz gehen müssen. Sämtliche in Einsatz befindlichen Mechs der Ära haben ihre Schwächen, erst mit der Einführung des Mercury hat Mitchell Vehicles den Fluch gebrochen.

Mercury Artwork aus dem Technical Readout: 2750 (1989)

Der 20 Tonnen leichte Mech erreicht nicht nur 129 KM/H mit seiner 160 Fusion Engine, sondern kann dank des nur zwei Jahre früher eingeführten MASC-Systems sogar noch eine Schippe drauf legen. 172.8 KM/H sind fast doppelt so schnell wie die Wasp oder Stinger sich bewegen konnte und der wichtigste Grund, warum die Mercury so hoch angesehen waren als Scouts.

Der Panzerschutz ist mit 3 Tonnen nicht gewaltig, aber auf jeden Fall größer als bei anderen 20 Tonnen Mechs. Vergleicht man den Wert mit anderen, teilweise doppelt so schweren Mechs wie den Jenner, die nur marginal mehr Schutz bieten, ist man in ein kleinen und schnellen Flitzer gut aufgehoben. Als Waffen dienen im Mercury 99 2 Medium und 2 Small Laser, die durch 10 Single Heat Sinks kühl gehalten werden.

Mercury Miniatur in den Tarnfarben Baumlinie

Enthusiasten kennen den Mercury auch als Urvater der OmniMechs. Mitchell Vehicles hat mit dem Mercury nicht einfach nur einen simplen Scout abgeliefert, sondern bahnbrechende Neuerungen eingeführt. Man hat alle wichtigen BattleMech-Waffensystem mit einer standartisierten Halterung ausgestattet und die Panzerplatten soweit es ging vereinheitlicht.

Es ist nicht so, dass man einfach die Waffen herausnehmen konnte und etwas anderes einbauen konnte, aber durch die Standartisierung der Teile konnte man defekte Systeme in Rekordzeit tauschen. Unwissend legte mnan so einen Grundstein für die spätere Entwicklung der OmniMechs.

Mercury 97 Artwork aus dem Technical Readout: 3050 (2007)

Diese Neuerung kam gerade rechtzeitig zum Start des Amaris-Bürgerkriegs. Es folgten viele Jahre voller schwieriger Konflikte, die vor allem die Techniker immer wieder vor schwierigen Herausforderungen stellte. Einfachere Wartung war da immer gerne gesehen. Und die Star League kaufte tausende Mercuries. Trotz seiner relativ simplen Konstruktion war er nicht für die Nachfolgestaaten freigegeben, und nur die Sternenbund-Einheiten erhielten diesen neuen Mech.

Aber selbst 20 Jahre Produktionsvorlauf vor dem Bürgerkrieg haben die heftigen Kämpfe einen gewaltigen Tribut gefordert. Die harten Kämpfe um Terra und dem Stammplanet von Mitchell Vehicles, Graham IV, hat den Bestand der Mercury Mechs fast auf 0 reduziert. Durch den Exodus sind alle Einheiten mit Mercurys aus der Inneren Sphäre verschwunden.

Mercury in den Farben der 52nd Shadow Division (Word of Blake)

Die Variante, welche 2742 vorgestellt war, benutzte ein Bergan MXII Chassis, das auch beim Locust schon zum Einsatz kam. Ganze 3 Tonnen Mitchell-091 Ferro-Fibrous-Panzerung machten den Scout zu einem der am besten gepanzerten Mechs seiner Klasse.

Die Epoche des Sternenbunds:
Mercury 99 – 2742: 2 Medium Laser, 2 Small Laser, 160 Standard Engine, 3.0 Tonnen Ferro-Fibrous-Panzerung, MASC

Und dank der LTV 160 Engine (ebenfalls vom Locust geborgt), die mit einem Myomer Accelerator Signal Circuitry (MASC) verbunden war, konnte man bahnbrechende 172.8 KM/H Spitzengeschwindigkeit erreichen. Auch wenn das natürlich nicht über längere Zeiträume aktiviert werden konnte, war es im Notfall nutzbar. Und dann gab es nicht viel, dass den Mercury eingeholt hat.

Die beschädigten Produktionsstraßen wurden so gut es ging wiederhergestellt und es liefen einige Modelle vom Band, auch wenn nur wenige Einheiten sich länger an ihren neuen Scouts erfreuen konnten. Die meisten Mercuries waren im 3rd Regimental Combat Team, eine in der IS verbliebene SLDF-Einheit zu finden. Bei einer Niederlage auf Sendai in 2798 gingen alle der 12 Mercuries verloren. Die handvoll verbliebener Maschinen wurden durch immer größere Probleme in der Wartung in nur wenigen Jahrzehnten danach aufgegeben.

Ära der Nachfolgekriege:
Mercury 98 – 2810: 2 Medium Laser, 2 Small Laser, 160 Standard Engine, 4.0 Tonnen Standard-Panzerung

Ab circa 2810 gab es nur noch eine Handvoll Mercury in der Inneren Sphäre, die in der Regel durch Feldumrüstungen zur 98 Variante umgebaut waren. Die Produktionsmöglichkeiten für passende Ferro-Fibrous-Panzerung war einfach nicht mehr gegeben, weshalb normale Standard-Panzerung verbaut wurde. Um beim Panzerschutz keine Kompromisse zu machen und um oft fehlerhafte MASC-Einheiten auszutauschen wurde hier einfach 1:1 getauscht.

Mercury Rising Artwork von BishopSteiner auf DeviantArt

Leider gibt es nicht viel mehr dazu zu sagen. Es ist eine Variante die zum Glück weniger hart vom Niedergang der Technologie getroffen wurde, verglichen mit einigen anderen Mechs wie dem Grasshopper oder Black Knight, die massive Änderungen vornehmen mussten. Aber mit den zerstörten Fabriken auf Graham IV und den verborgenen Straßen auf Terra begann ein langer, aber immer mehr Tribut fordernder Niedergang.

Und bis zur Enthüllung der ComGuards im 31 Jahrhundert nahm man an, der Mech ist ausgestorben. Unwissend vom Rest der Inneren Sphäre gab es auf Terra noch drei weitere Produktionsstraßen, die wie andere Fabriken für Rüstungsgüter eingemottet wurden und nur in kleinen Zahlen Mechs herstellten, die später das Rückgrat der ComGuards bildeten.

Die Invasion der Inneren Sphäre:
Mercury 97 – 3049: 1 Medium Laser, 1 Small Laser, Beagle Active Probe, 160 Standard Engine, 3.0 Tonnen Ferro-Fibrous-Panzerung, MASC

Auf Tukayyid setzte Focht eine neue Variante des Mercury vor allem als Scout ein. Bei Umbauarbeiten wurde jeweils ein Laser für eine Beagle Active Probe entfernt. Dieser Tausch war zweckdienlich – er gab den ComGuards einen exzellenten Scout um das Sensornetzwerk auf dem Planeten zu unterstützen. Aber nach der verlustreichen Schlacht wurde die Variante nicht mehr gefertigt. Sie war einfach zu alt.

Mercury in den Farben der 45th Shadow Division (Word of Blake)

Stattdessen baute zuerst ComStar auf Terra aus drei reaktivierten Produktionsstraßen zuerst den Mercury 99 weiter, der dann anstelle der Clan-Buster Variante in den Comguards diente. Zumindest bis zur Eroberung von Terra durch Word of Blake. Diese nutzten den Scout auch für viele Ihrer Einheiten, vor allem Milizen wurden damit ausgestattet. Hier kam die Bewaffnung natürlich auch gegen „weichere“ Ziele zum Einsatz – und dort sind die 4 Laser mehr als ausreichend für die Operationen gewesen.

Das Zeitalter des Jihads:
Mercury 102 – 3067: 1 ER Medium Laser, 1 ER Small Laser, 1 Improved C3 CPU, 160 Standard Engine, 3.0 Tonnen Ferro-Fibrous-Panzerung, Endo-Steel Chassis, MASC
Mercury 104 – 3069: 2 ER Medium Laser, 1 ER Small Laser, 1 TAG Laser, 1 Improved C3 CPU, 160 XL Engine, 4.0 Tonnen Ferro-Fibrous-Panzerung, Endo-Steel Chassis, MASC

Mit dem Aufkommen des Jihad brachte man im Mercury auch endlich die neuste Waffentechnologie an. Die alten 99er Modelle wurden in 3067 durch den Mercury 102 und zwei Jahre später vom 104 ersetzt. Diese haben nicht nur ein Endo-Steel Chassis, das eine weitere Tonne Platz erzeugt, sondern haben auch Extended Range-Laser. Beim Modell 102 blieb es noch bei den 2 Lasern vom alten 97er Modell, erst der 104 schuf Platz für einen weiteren ER Medium Laser.

Mercury Artwork aus dem Technical Readout: 3025 Revised (1996)

Die Besonderheiten bei beiden Modellen ist die Improved C3 CPU, welche verbaut wurde. Diese erlaubt es Zieldaten mit den Fernkämpfern zu teilen und damit haben sich die individuell schwächeren Milizen weit über Wert verkaufen können. Diese Feuerleitdaten haben in den letzten Jahren des Jihads gezeigt, dass Sie Ihr Budget wert sind – auch wenn man hier fast immer auf die Hilfe der Lanzenkameraden setzen musste.

Der Mercury 104 hat zudem die Standard 160 Engine gegen ein XL Modell getauscht, was Platz für den bereits angesprochen weiteren ER Medium Laser, aber auch einen TAG Laser für Artillerieunterstützung sowie einer zusätzlichen Tonne Panzerung schuf. Diese ultimative Ausbaustufe des Mercury war auch die erste, die keine Budget-Variante war.

Die 99er Variante war für nur knapp 1.79 Millionen CBills zu haben. Selbst die aufgebaute 102-Version mit ihrem komplett neuen Chassis und Hochtechnologie war mit 2.7 Millionen CBills noch immer erschwinglich. Und der 104? Mit 3.7 Millionen CBills musste man definitiv tiefer in die Tasche greifen. Aber verglichen mit den Alternativen war man noch immer auf einer Stufe.

Mercury Miniatur in den Farben der Ryuken-Yon (Kurita)

Mit dem Ende von Word of Blake verschwindet leider auch der Mercury vom Schlachtfeld. Die Koalitionsstreitkräfte haben die Fabrikhallen des Mercury zwar nicht betreten, aber mit chemischen und biologischen Kampfstoffen das gesamte Gelände lahm gelegt. Jahre später liefen aber Prowler BattleMechs von den Produktionsbändern, ein 55 Tonnen schwerer Mech der auf Solaris seinen Ursprung hatte.

Es gibt keine berühmten Piloten des Mercury und auch keine persönlichen Varianten, dafür bleibt einfach zuwenig Spielraum. Für ein Mech, der mehr als 300 Dienstjahre hatte, kam er in nur knapp 50 Jahren zum Einsatz. Und auch wenn der Mercury viel Wert auf Panzerung und Waffen legte, wollte man als Pilot nie in einen Kampf eingreifen. Für das Regiment war es fast immer besser einen Kampf abzubrechen und mit den Scout-Informationen zur Hauptkampfgruppe zurückzukehren.

Was jedoch interessant ist, dass der Mercury nicht nur das Modul-System der Clans mitinspiriert hat, sondern auch gleich Pate für zwei Mechs war, die sich eine Scheibe von Ihm abgeschnitten haben. Vor seiner Vernichtung hat Clan Wolverine mit dem Mercury II ein 40 Tonnen schweren Nachfolger gebaut, sowie der Coyotl, der die Ehre besitzt, der erste echte OmniMech zu sein. Vorgestellt von Clan Coyote 2854, wiegt auch er mit 40 Tonnen das Doppelte vom Original. Doch mehr dazu in der Zukunft.

Mercury Artwork aus dem Technical Readout: 3050 Upgrade (2007)

In MWO könnte der Mercury seinen Platz finden. Interessant ist die Form des Chassis, die ihn zum kleinsten Mech auf dem Feld machen könnte. Da in MWO Volumen über Voxel eingesetzt werden, um die Ausmaße zu bestimmen, dürfte die optisch relativ große Scheibenform zu einer extrem kleinen Hitbox führen.

Was die Waffen angeht, mit 4 Hardpoints kann man nicht allzuviel machen, aber dank der neuen Waffen des Tech-Upgrades sind auch da starke Kombinationen möglich und der Mercury würde wahrscheinlich eine Lücke neben dem Locust und Commando als leichteste und schnellste Mechs im Spiel finden. Und wer weiß, eine Variante mit 8 Hardpoints könnte viel Unfug in den Reihen der Feinde anstellen…

Quellen:
Mech Factory (Android App)
Sarna
Camospecs
Mercury redesign for CGL Kickstarter von BishopSteiner auf DeviantArt
Mercury Rising Artwork von BishopSteiner auf DeviantArt

Rückseite des Mercury in den Farben der Star League Defense Force (Star League)

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