Die Sache mit der Lizenz

Gestern gab es bei The Battletech Channel ein Video in dem Ullric einige der Antworten vorgelesen hat, die Ulisses ihm auf Fragen geschickt hatte. (Persönlich finde ich faszinierend, dass ich immer vergeblich auf Antworten warte, wenn ich Ulisses Fragen stelle, aber hey … wer bin ich schließlich schon und was habe ich denn auch mit Battletech am Hut?)

Statt das Video jetzt im Detail zu zerlegen, greife ich mir lieber ein paar der Punkte raus, die Ulisses vorgebracht hat:

Die Box ist seit 2019 fertig und wartet nur noch darauf, dass Catalyst sie produziert.

Das ist, nach allem was ich gehört habe, durchaus korrekt. Aber so ganz kann es das auch nicht sein. Catalyst hat seit 2019 mehrere Neuauflagen der Box gebracht. Catalyst hat die Formen der Minis. Will man mir ernsthaft sagen, dass es nicht möglich war, Catalyst dazu zu bekommen mehr Miniaturen herstellen zu lassen und damit die Gewinnspanne pro Mini (mehr Masse = geringerer Stückpreis) zu senken?

Sorry, aber wenn ich Randall eine Mail schreibe, dann kriege ich eine Antwort. Ihn als Lizenznehmer dazu zu bekommen, da für mich einfach ein paar Minis mehr an die Bestellung zu kleben ist nicht so schwer.

Für den russischen Lizenznehmer hat es ja auch funktioniert.

Der Markt ist mit dem Kickstarter ausgeschöpft

Öhm …. Nein. Womöglich ist das für die Miniaturen korrekt, aber selbst da zeigt die Tatsache, dass der SciFi Trader die Force Packs gar nicht schnell genug nachordern kann, dass die Aussage schlicht Blödsinn ist.

Hinzu kommt, dass es immer noch Bedarf und auch Nachfragen nach Regeln oder Büchern gibt.

Catalyst haut eine Wagenladung an Romanen, Novellen, Kurzgeschichten und Anthologien raus. Alle verkaufen sich gut genug, dass die Flut gar nicht aufhört, sondern eher noch zunimmt.

Das gleiche gilt für die RecGuides.

Man muss ja nicht gleich damit anfangen, die Romane zu übersetzen. Das bindet für den Anfang vielleicht wirklich zu viel Arbeitskraft an einer Stelle. Aber wie sieht es mit den Kurzgeschichten aus? War es letztes Jahr wirklich so schwierig, sich an die Tukayyid-Kurzgeschichtenreihe zu klemmen? Sie vielleicht parallel bei Erscheinen zu übersetzen und am Ende die Anthologie parallel zu Catalyst auf den Markt zu bringen?

Gerade dank Print on Demand Möglichkeiten wäre das kein großes Problem. Außer den Übersetzungskosten, müsste man sich vorher nicht groß in Unkosten stürzen. Catalyst macht es doch auch.

Und warum nutzen wir hier in Deutschland eigentlich noch immer das alte Logo, statt das neue? Stichwort: Wiedererkennbarkeit der Marke!

Wir bringen nichts, bis wir die Box haben

Das ist eine wirklich sehr, sehr seltsame Grundeinstellung. Denn da man offenbar nicht in der Lage ist, eine Box zu bringen, ist der Markt für die Box wirklich irgendwann ausgeschöpft.

Aber Regelwerke würden immer noch gebraucht werden. Das BattleMech Manual und Alpha Strike Commander’s Edition wären ideal. Oder MechWarrior Destiny.

Niemand muss sich mit Total Warfare, TechManual oder Tactical Operations herumschlagen. Das ist wirklich zu viel. Aber verdammt nochmal, BattleMech Manual ist ein Buch. Ein einzelnes Buch!

Was kostet die Lizenz?

Die Frage ist unmöglich wirklich exakt zu beantworten. Aber es sind recht gute Rückschlüsse möglich.

Die Lizenz hatten ganz offensichtlich keine laufenden Kosten, sondern ist anteilig an Verkäufe gebunden.

Warum? Weil Ulisses sonst nicht auf ihr sitzen bleiben würde, ohne etwas mit ihr anzustellen. Das wäre pure Geldverbrennerei. Das heißt, dass Catalyst einen Anteil von dem abbekommt, was Ulisses erwirtschaftet. Wie hoch dieser Anteil ist wissen wir nicht, aber offenbar kann man mit ihm leben, denn sonst hätte Ulisses den Vertrag nicht unterzeichnet. Komplett bekloppt sind die nun auch wieder nicht.

Warum sitzt man also auf der Lizenz und macht nichts mit ihr?

Das … Ja, das wüsste ich auch gerne.

Ich würde ihnen die Lizenz ja abnehmen und genau den Plan in die Tat umsetzen, den ich hier grob dargelegt habe, zumindest die Roman/Kurzgeschichtenseite. Aber ich vermute, Ulisses wird die Lizenz nicht rausrücken. Sonst hätten sie das in den letzten Jahren schon getan.


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4 Antworten auf „Die Sache mit der Lizenz“

  1. Das sind mal richtig interessante Einblicke und Aussagen. Danke Isi für diesen Artikel. Du hast halt bessere Einblicke in das Geschehen als ich.

  2. „Man muss ja nicht gleich damit anfangen, die Romane zu übersetzen.“
    Tatsächlich wären mir die Romane am liebsten. So ein paar Regeln bekomme ich ganz gut übersetzt, aber bei einem Roman geht mir ohne professionelle Übersetztung dann doch zu viel verloren.

    1. Naja, Catalyst bringt ja genug andere Kurzgeschichten etc. heraus. Romane binden halt Geld und Personal und ich wollte einen Ansatz zeigen, der effektiv ist und wenig Arbeitskraft bindet.

  3. Also soll Ulisses einen Verkaufspreis für die Lizenz nennen und die Community kann wie Crowdfunding die kaufen. Das wäre doch mal was…

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