Tactical Companion App – Rezension (Stand: Update 1)

Da ich die Tactical Companion App ja im November schonmal bewertet habe, nachdem sie im Play Store auftauchte, wird es nun Zeit, sie nach dem neuesten Update erneut in Augenschein zu nehmen.

Seitdem habe ich es ebenfalls geschafft, den Veteran Status freizuschalten. Wie an anderer Stelle schon angemerkt: 9,99 $ wirkt etwas happig für das, was bislang geboten wird. Wenn es allerdings bei einer Einmalzahlung bleibt und die App tatsächlich konstant weiterentwickelt wird, dann könnte es am Ende sogar zu wenig sein. Die Finanzierung der App könnte scheitern. Hier wird sich zeigen müssen, was für ein Finanzierungsmodell langfristig genutzt wird und wie die App sich entwickelt. Um die App für euch rezensieren zu können, habe ich die 10 $ nun in die Hand genommen.

Nun zu den Veteran Features:

Die Möglichkeit Bögen zu drucken ist nett. Als großes Feature sehe ich es nicht. Das wäre etwas, das in der Grundvariante als Standardfeature sehr viel besser aufgehoben wäre.

Die Mech Filter sind toll, aber bei der bislang sehr eingeschränkten Zahl an verfügbaren Mechs (Beginner Box, AGoAC und Clan Invasion), eher unnötig. Negativ fällt an der Stelle auch die Mechliste auf, denn für die Clan Omnis gibt es nur die Prime Varianten.

Premium Insignias und die Veteran Badge sind bestenfalls als Gimmick zu verstehen.

Company Support ist eines der Features aus dem neuen Update. Das fällt positiv auf, da man nun mehrere Lanzen auf einmal kontrollieren kann. Leider heißen sie immer Lanzen und unterstützen nur maximal 5 Einheiten. Comstar oder Word of Blake sind hier also gar nicht spielbar.

Die als zweites Feature im Dezember-Update vermarkteten Company Insignias sind beim besten Willen kein extra Feature. Da die App die Insignias nutzt, um die Mechs schnell — oder besser gesagt: überhaupt — zuordnen zu können, sind sie kein Feature, sondern eine Kernkomponente des Company Supports.

Funktionalität:

Die Bedienung des Lance und Company Screens geht relativ gut von der Hand. Es soll offenbar eine neue Swipe-Funktion geben, die ich beim besten Willen nicht entdecken konnte. Macht nichts, ich kann meine Einheiten trotzdem zuordnen. Damit man nicht den Überblick verliert, kann jede Lanze nur einer Kompanie zugeordnet werden, so können theoretisch auch mehrere Spieler ihre Lanzen aufstellen und alle zusammen über die Kompanien ihre Einheiten steuern. Sonderlich komfortabel ist das aber nicht, denn man muss immer erst aus dem Record Sheet raus, um die Kompanie zu wechseln, damit dann wer anders an die eigenen Mechs kommt. Das ist viel zu unhandlich.

Komfortabler geht da der Wechsel zwischen verschiedenen Lanzen in der eigenen Kompanis von der Hand: Oben links unter den Mechbildern gibt es einen kleinen Button, alle Lanzen werden ausgeklappt und schon kann zur anderen Lanze gewechselt werden.

Auch die hinterlegten Referenzbögen sind hilfreich und über den “Reference Tables” Button schnell zu erreichen.

Weniger angenehm ist hier die Möglichkeit Piloten zu wählen. Ich muss immer erst auf die Mech Sheets wechseln, statt Pilotenwerte und Piloten direkt im Lanzenmenü einzubauen. Im Übrigen kann ich den Piloten auch noch mitten im Gefecht ändern. Das erscheint eher irritierend. Schön ist: Es sind die Piloten aus den Boxen mit ihren Werten und Special Pilot Abilities hinterlegt. Aber im Gefecht habe ich dann nicht mehr wirklich die Möglichkeit, die Special Pilot Abilities zu sehen. Sie werden mir auf dem Record Sheet nicht angezeigt. Ich muss erst in das Pilotenmenü wechseln.

Da ich den MechWarrior auch noch mitten im Gefecht ändern kann, läuft man hier durchaus Gefahr, das versehentlich zu machen. Ich kann den gleichen Piloten auch mehrfach in verschiedenen Mechs nutzen. Eine ganze Lanze voll mit Durant Carlyle ist also gar kein Problem. Oder eben doch, weil das wohl eher nicht möglich sein sollte.

Etwas schwammig bedient sich auch die Leiste für den Pilotenschaden, das lässt sich aber wohl kaum vermeiden.

Wenn ich mir ein Ziel zum Beschießen ausgesucht habe, dann kann ich ordentlich einstellen, wie weit sich das Ziel bewegt hat, wie weit es weg ist, ob es gesprungen ist und ob es einen Geländemodifikator anliegen hat. Was ich leider nicht einstellen kann ist, dass sich das Ziel bewegt hat und nun liegt. Ja, ich kann einstellen, dass mein Ziel liegt. Aber dann kann ich nicht mehr einstellen, wie viele Hexe es sich bewegt hat. Das ist absurd. Und Liegend im nächsten Hex ist dabei eine eigene Auswahl, die ich unabhängig von der oben eingestellten Entfernung zum Ziel wählen kann. Das ist nochmal absurder.

Beim Shutdown gibt es das gleiche Problem. Ein Mech kann sich offenbar nicht bewegt haben und dann ausgegangen sein. Während ein Shutdown vermutlich wirklich eher nicht passieren wird, kann ein Mech durchaus auf der Straße ausrutschen, hinfallen, ein paar Felder weit rollen und der Pilot dann bewusstlos werden. Hier würde also Bewegung, Prone und Shutdown alles gleichzeitig vorliegen. Ich kann es aber nicht einstellen.

Wenn ich dann noch ein sekundäres Ziel beschießen will, ist endgültig Schluss, denn das kann die App gar nicht.

Auch die Hexe, die mein Mech zurückgelegt hat, kann ich nirgends eintragen. Immerhin dafür die Bewegungsart: gehen, rennen oder springen. Die wird auch für den Trefferwurf ordentlich berechnet. Das gleiche gilt für Sensortreffer. Für MASC gibt es leider auch keinen Hinweis darauf, dass ich würfeln muss oder es aktivieren kann.

Problematisch wird die Sache bei Hüfttreffern, denn die App ignoriert komplett den Zusammenhang zwischen Hüfttreffern und anderen Beinaktivatoren. Sie werden unabhängig voneinander modifiziert. Ich kann also einen Hüfttreffer abbekommen und danach einen Aktivatortreffer, aber bis ich so viele Aktivatoren beschädigt habe, dass deren -1 einen Einfluss auf meine Grundbewegung hat, werden sie mir nicht angezeigt und mein Bewegung bleibt halbiert.

Im Übrigen kann ich auch Endo Steel als “getroffen” markieren.

Ich kann markieren welche Waffen gefeuert werden und ihre Hitze wird ordentlich berechnet. Das ist super, theoretisch. In der Praxis wird der Pilot hier auch schon eingerechnet, aber die Anzeige zeigt trotzdem (beispielsweise) +6 als Modifikator an, anstelle von 6+, das dann richtiger wäre, wenn der Pilot schon drin ist.

In der Feuerphase gibt es keinen Weg zu markieren, welche Waffen ich bereits gefeuert habe. Gerade wer frisch mit Battletech anfängt, könnte hier gut durch den Prozess geführt werden. Wenn man das ganze noch optional gestaltet, dann können Veteranen es auch einfach abschalten.

Leider gibt es aber hier auch Bugs. Wenn ich eine Waffe aktiviere und mich dann doch dagegen entscheide, wird die abgezogene Munition wieder auf den Munitionsslot gerechnet, sehr schön. Aber immer auf den obersten Slot, selbst wenn ich einen anderen benutzt habe. Mein Execution hat aktuell 10 Schuss in einer Gauss-Munition …

Abwerfen kann ich Munition offenbar auch nicht.

Im Nahkampf habe ich gar keine Möglichkeit, die Nahkampfmethode zu wählen. In den Referenztabellen sind die Tabellen für den Nahkampf noch nicht mal hinterlegt. Das ist einfach bescheuert.

Zu guter Letzt wird mir in der Hitzephase dann noch korrekt die Hitze berechnet, aber leider nicht gezielt darauf hingewiesen, dass ich noch würfeln muss, ob mein Mech runterfährt oder Munition explodiert. Das geht schnell mal unter.

Fazit:

Es gibt sicher noch mehr, das man sich anschauen könnte. Ich habe jetzt aber eine ganze Weile mit der App gespielt und jetzt reicht es erstmal.

Es sind doch noch immer einige Bugs enthalten, manche davon schwerwiegend. Ich bleibe daher bei meiner Bewertung von 3 von 5 Sternen aus dem November, denn nicht nur fielen mir diesmal mehr Probleme auf, die aus dem November sind auch noch nicht behoben. Dafür kommt da Company Support Feature dazu.

Luft nach oben ist mit Updates aber immer noch klar vorhanden.


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